Möchte oder kann eine Mutter – aus medizinischen oder persönlichen Gründen – ihr Baby nicht stillen, steht ihr eine Vielzahl von Herstellern zur Seite die industriell hergestellte Säuglingsmilch anbieten. Die Auswahl ist hier groß: Von Pre, 1, 2 oder Folgemilch bis hin zu HA-Nahrung oder Anti-Reflux – Die Entscheidung welche Milchnahrung die Richtige für das eigene Kind ist kann schwierig sein. Eine Regel gilt hier aber grundsätzlich immer: Entscheidend für die richtige Wahl ist das Alter des Kindes.

Pre-Milchnahrung / Anfangsmilch

So bezeichnet man die allererste Milch für das Baby die ab der Geburt gefüttert werden darf. Das „Pre“ steht hier für prebiotisch. Die Anfangsmilch ist der Muttermilch am ähnlichsten was den Fett- und Eiweißgehalt, sowie den Mineralstoffgehalt betrifft. Die enthaltenen Kohlenhydrate stammen ausschließlich aus der Laktose. Ganz wie an Mamas Brust kann das Baby von der dünnflüssigen Pre-Milch so viel und so oft trinken wie es möchte.

1-er Anfangsmilch

Diese Milchnahrung ist ebenfalls ab dem ersten Lebenstag für das Baby geeignet, da auch sie an den natürlichen Nährstoffgehalt der Muttermilch adaptiert wurde. Im Unterschied zur Pre-Milch ist hier jedoch mehr Stärke enthalten, wodurch die Nahrung insgesamt sämiger und sättigender für den Säugling ist. Auf die 1-er Anfangsmilch können Eltern deshalb mühelos umsteigen, wenn nach einigen Wochen oder Monaten eine immer kürzere Sättigungszeit beim Säugling eintritt.

2-er Folgemilch

Diese Folgemilch ist weniger an die Muttermilch angepasst und deshalb erst ab dem 4-6. Lebensmonat für das Kind geeignet. Ihr werden neben Laktose und Stärke nun auch verschiedenen Kohlehydrate wie Glucose, Maltose oder Kristallzucker zugesetzt. Durch die noch sämigere Konsistenz wird beim Säugling ein längeres Sättigungsgefühl erreicht. Parallel zur 2-er Folgemilch sollte aber bereits Brei zugefüttert werden.

3-er Folgemilch / Kindermilch

Kindermilch ist frühestens ab dem 8. Monat für das Kind geeignet und bildet eine Alternative zur Kuhmilch. Dieser ist die 3-er Folgemilch in Bezug auf ungesättigte Fettsäuren oder Jodgehalt weit überlegen, ist an die Qualität der Muttermilch jedoch weniger gut angepasst. 3-er Folgemilch wird zugefüttert, um ein verbessertes Sättigungsgefühl und damit eine größere Zufriedenheit der Kinder zwischen den Mahlzeiten zu erreichen

HA- und Anti-Reflux Nahrung

Neben den oben genannten Milchnahrungen gibt es auch Anfang- und Folgemilchen speziell für allergiegefährdete Säuglinge (HA) oder Anti-Reflux Nahrungen bei vermehrtem Aufstoßen und Spucken des Kindes. Diese Spezialmilchnahrungen unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung von den regulären Milchnahrungen und sollten dem Kind nur nach vorheriger Absprache mit dem Kinderarzt gegeben werden.

Fazit

Die Pre- und 1er Milchnahrungen sind in Bezug auf Ihre Inhaltsstoffe so gut es geht an den natürlichen Gehalt der Muttermilch angepasst. Die europäische Ernährungskommission hat durch die EG-Richtlinie 91/321/EWG die Qualität dieser Anfangsmilchen europaweit eindeutig definiert, so dass Eltern hier guten Gewissens auf jeden Milchnahrungshersteller und jede Marke zurückgreifen können. Dieser Standard ist für Folgemilchprodukte leider nicht exakt festgelegt. Besonders Kindermilch sollte dem Kind auf Grund des Zucker- und Kaloriengehalts nur in Maßen gegeben werden, obwohl sie eine gute Alternative zur herkömmlichen Kuhmilch sein kann. Kinderärzte raten Eltern deshalb dazu, ab dem 2. Lebenshalbjahr eher auf den Aufbau einer optimalen Beikost wertzulegen und die Milch schrittweise zu ersetzen. Ziel sollte es sein, dass das Kind gegen Ende des ersten Lebensjahres an einer gemeinsamen und ausgewogenen Familienkost teilnimmt.

Quellen:

hipp.de

kinderarzt-augsburg.de

netmoms.de

familie.de

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