Ob der Betroffene aus krankheitsbedingtem Hintergrund auf Trinknahrung angewiesen ist, oder auch wenn diese lediglich als Ergänzung zur täglich Nährstoffzufuhr eingenommen wird, eine genaue Betrachtung der jeweiligen Inhaltsstoffe ist in jedem Fall sinnvoll, um diese optimal an das individuelle Bedürfnis anzupassen und auch Probleme, beispielsweise Unverträglichkeiten, zu vermeiden.

Daher beleuchten wir heute die gängigen Produkte der Trinknahrung, ob bereits trinkfertig, oder als Pulver zum Anrühren, in Betracht auf Ihr Eiweißvorkommen, sowie dessen jeweilige Vor- und Nachtteile.

Vorab möchten wir Ihnen eine kleine Übersicht gängiger Trinknahrungsprodukte mit den Eiweißquellen laut Herstellerangaben geben:

Fertige Trinknahrung für Erwachsene:

  • Fresubin 2 kcal Drink: Milcheiweiß
  • Fresubin 3.2 kcal Drink: Milcheiweiß
  • Fresubin Diben Drink: Milcheiweiß
  • Fresubin Energy Drink: Milcheiweiß
  • Fresubin Original Drink: Milcheiweiß, Sojaeiweiß
  • Fresubin Protein Energy Drink: Milcheiweiß
  • Fresubin ProvideXtra ballasstofffrei: Erbseneiweißhydrolysat
  • Fresubin YoDrink: Milcheiweiß

 

Pulver zum Anrühren einer Trinknahrung für Erwachsene:

  • Ensure Vanille Pulver: Sojaeiweiß
  • ConsuMeal Vanille Pulver: Milcheiweiß, Sojaeiweißisolat
  • Fresubin Calshake: Milcheiweiß
  • Milkraft: Milcheiweiß
  • Nestle Palenum: Milcheiweiß
  • Nutricia Fortimel Pulver: Sojaeiweiß, Kasein aus Kuhmilch

Pulver zum Anrühren einer Trinknahrung für Kinder:

  • Nestle Resource Junior Pulver (Vanille): Milcheiweiß

Betrachtet man diese Übersicht, fallen unmittelbar Überschneidungen in nahezu allen Produkten auf.

Milcheiweiß: Ein tierisches Fett, das aus der Kuhmilch gewonnen wird.

 Vorteile:

  • Ein hoher Fettanteil bringt schnelle Abhilfe bei Unterernährung.
  • Die vergleichsweise große Menge an Protein, welches beim tierischen Fett dem Muskelprotein des Menschen sehr ähnelt, ist förderlich für den Muskelaufbau, beispielweise bei bestehender oder drohender Muskelatrophie.

 Nachteile:

  • Bei bestehender Kuhmilchallergie oder Milcheiweißunverträglichkeit sollte der Verzehr nur mit Vorsicht erfolgen und bestenfalls mit dem behandelnden Arzt abgesprochen sein. – Nicht zu verwechseln mit der Laktoseintoleranz, hierbei kann Milcheiweiß in der Regel bedenkenlos konsumiert werden.

Besonderheit Kasein: 

Das zuvor genannte Milcheiweiß besteht zum einen aus Molkeneiweiß, zum anderen aus Kasein, welches im Gegensatz zur Molke etwa das 4-fache an Proteinen enthält und daher eine deutlich bessere Versorgungsbilanz des Körpers ermöglicht.

Sojaeiweiß / Sojaeiweißisolat: Die pflanzliche Alternative zu tierischem Eiweiß.

 Vorteile:

  • Sojaeiweiß ähnelt in der Zusammensetzung dem Milcheiweiß und erreicht eine nahezu identische Versorgung des Körpers mit Proteinen. Bei Allergien und Unverträglichkeiten kann es dementsprechend einen wertvollen Ersatz zu diesen darstellen.
  • Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe erhöhen zudem die Bioverfügbarkeit und stärken nachweislich das Immunsystem.

 Nachteile:

  • Die in Sojabohnen befindliche Menge an Phytoöstrogen kann den körpereigenen Östrogenspiegel erhöhen. Diese These ist jedoch noch nicht belegt und daher im Krankheitsfall eher zu vernachlässigen.

Erbseneiweißhydrolysat: Effizient und gesund gewinnt diese, im Verhältnis recht neue, Eiweißquelle immer größere Bedeutung in der Ernährung.

Vorteile:

  • Erbseneiweißhydrolysat ist besonders verträglich, allergenarm und bereits aufgeschlossen. Daher wird es erfolgreich zur Ernährung von Menschen mit Verdauungsstörungen eingesetzt.
  • Es versorgt Muskeln durch seine ausgewogene Anteile an Aminosäuren schnell und effizient mit Nährstoffen.

Nachteile:

  • Die Aminosäre Cystin fehlt gänzlich in dieser Proteinquelle. Daher sollte Sie nicht ausschließlich gewählt werden.

Fazit:

In allen genannten Produkten finden sich wichtige Inhaltsstoffe wieder, die für eine optimale Eiweißversorgung des Körpers sorgen. Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt welche Eiweißquelle für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist und schließen Sie mögliche Unverträglichkeiten aus, damit der Verzehr nicht zum gegenteiligen Effekt führt.

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