Was genau ist Leberzirrhose?

Die Leber ist unser regenerativstes Organ und übernimmt zahlreiche wichtige Funktionen des Stoffwechsels.
Im Fall der Leberzirrhose, im Endstadium auch „Schrumpfleber“ genannt, kommt es zum Absterben intakter Leberzellen, welche im Zuge einer Fibrose vom Körper durch narbiges Bindegewebe ersetzt werden. Schreitet dieser Zerfall fort, kommt es letztlich zum endgültigen Leberversagen beim Patienten.

Die Leberzirrhose ist häufig auf einen vorhergehenden Entzündungsprozess zurückzuführen und daher muss sich auch im weiteren Verlauf der Krankheit die Frage gestellt werden – Was kann und sollte ich an meinem Lebensstyl ändern, um meine Leber bestmöglich zu unterstützen?

Da die Leber als Stoffwechselorgan in Ihrer Gesunderhaltung maßgeblich durch die Ernährung beeinflusst wird, setzen wir in diesem Artikel auch genau hier an.

Problem Mangelernährung

Gerade bei chronisch verlaufenden Leberkrankheiten kommt es häufig zur Mangelernährung des Patienten. Betroffene leiden unter fehlendem Appetit und nehmen unzureichend Nährstoffe zu sich. Da dies weitere Folgen, wie beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Aszites, Infektionen, der hepatischen Enzephalopathie und eine schlechtere Prognose auf den Erfolg einer Lebertransplantation haben kann, sollte hier frühestmöglich entgegengewirkt werden.
Hierbei kann unterstützend auch hochkalorische Trinknahrung eingesetzt werden.

Was und wie sollte gegessen werden?

Kalorien – Die Kost sollte ausgewogen und kalorienreich sein, um den Körper vor Auszehrung durch die Krankheit zu schützen.

Eiweiß – Sofern vom Arzt nicht anders verordnet, sollten eiweißreiche Lebensmittel in den täglichen Speiseplan miteinbezogen werden.
Unter anderem eignen sich:

  • Hochwertige Öle, wie Raps-, Soja-, Oliven-, Leinsamen- , oder Wallnussöl
  • Hülsenfrüchte, wenn diese gut vertragen werden
  • Milchprodukte wie Sahne, Quark, Käse, Buttermilch usw.
  • Spezielle Eiweißpräparate zur Nahrungsanreicherung (in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt)

Ballaststoffe – Bei der Wahl von Lebensmitteln, beispielsweise bei Brot oder anderen Getreideprodukten, sollte vermehrt auf einen hohen Ballaststoffanteil geachtet werden. Ballaststoffe binden Giftstoffe im Körper und entlasten so die Leber. Ballasstoffreiche Trinknahrung ist hier ebenfalls eine gute Alternative.

Mahlzeiten – Nehmen sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt ein. Die letzte Portion findet hier als kohlenhydratreicher „Spätimbiss“ grundsätzlich kurz vor der Nachtruhe statt. Die Speisen sollten angenehm temperiert sein und langsam gegessen werden. Nehmen Sie sich hierfür Zeit, denn:  Stress belastet die Leber – dies gilt auch beim Essen.
Besonders vorteilhaft für den Eiweißwert des Körpers hat sich zudem die Einnahme eiweißreicher, oraler Trinknahrung nach 20 Uhr erwiesen.

Welche Nahrungs- und Genussmittel sollten unbedingt gemieden werden?

Alkohol – Es ist allgemein bekannt, dass Alkoholkonsum, vor allem in hohem Maße, die Leber stark belastet und nicht selten als Auslöser für die Leberzirrhose fungiert. Daher sollten alkoholische Getränke bei bestehender Erkrankung komplett gemieden werden. Gleiches gilt auch für alkoholhaltige Süßigkeiten und Speisen.

Salz – Besonders bei Wassereinlagerungen als Folge der Leberzirrhose sollten salzhaltige Nahrungsmittel, wie beispielsweise Seefisch, gepökeltes Fleisch oder andere stark gewürzte Lebensmittel nur eingeschränkt gegessen werden.

Trinkverhalten

Bei drohender oder bereits bestehender Aszites ist es zudem unerlässlich mit Ihrem Arzt einen Plan für die tägliche Trinkmenge zu erstellen.
Hierbei muss in die Gesamtmenge auch die Flüssigkeit aus Speisen und Zusatznahrung miteinbezogen werden.

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