Für Schlaganfall-Betroffene und deren Angehörige verändert sich nach dem Schlag plötzlich alles. Viele Patienten mit Schlaganfall haben körperliche Einschränkungen und sind auf fremde Hilfe angewiesen. Bei einem Schlaganfall führt der Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes oder eine Hirnblutung dazu, dass die Nervenzellen des betroffenen Gehirnareals nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und absterben. Dies kann unterschiedlichste Auswirkungen haben. Die häufigsten Folgen, mit denen Schlaganfall-Betroffene sich auseinandersetzen müssen, sind einseitige Lähmungen und Gefühlsstörungen der Arme und Beine, Sprach-, Schluck-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen sowie Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen. Aufgrund der vielfältigen Einschränkungen treten bei vielen Betroffenen zusätzlich Antriebsarmut und gedrückte Stimmung auf.

Ohne Frage ist der Schlaganfall ein heftiger Einschnitt in das Leben Betroffener und Angehöriger. Doch verlieren Sie nicht den Mut. Es ist erstaunlich, wie groß die Fähigkeiten des Körpers und des Gehirns sind, sich wieder zu erholen und ehemalige Fähigkeiten wiederherzustellen. Durch verschiedenste Therapien können die Funktionen aktiviert und trainiert werden. Zur Rehabilitation nach einem Schlaganfall gehören beispielsweise die Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie. Das Ziel ist, möglichst schnell wieder einen weitestgehend selbstbestimmten Alltag leben zu können.

Auch die Ernährung spielt nach einem Schlaganfall eine wichtige Rolle. Da eine Halbseitenlähmung oft auch die Gesichts-, Kau- und Schluckmuskulatur betrifft, ist die Aufnahme von Nahrungsmitteln meist mit Problemen verbunden. So kann die Nährstoffversorgung z. B. durch Schluckstörungen – auch Dysphagie genannt – beeinträchtigt sein. Schluckstörungen sind eine häufige Folge des Schlaganfalls: Zu Beginn hat etwa jeder zweite Patient damit zu tun. Als Folge des Schlaganfalls ist langfristig jeder Vierte von Schluckstörungen betroffen.

Schluckstörungen sind nicht immer leicht zu erkennen. Wenn es keine klaren Anzeichen dafür gibt, nennen Experten die Schluckstörung „silent“ (engl. für „leise“). Bei Schluckstörungen besteht ein höheres Risiko, Essen oder Trinken zu verschlucken und in die Luftröhre, die Bronchien und die Lunge zu bekommen. Diese sogenannte „Aspiration“ ist eine häufige Ursache für Lungenentzündungen (Aspirationspneumonie) bei Schlaganfallpatienten.

Die Lähmungen, die nach einem Schlaganfall häufig auftreten, können Sie außerdem daran hindern, Ihre Nahrung selbst zuzubereiten. Auch das Essen selbst kann Ihnen schwer fallen. Sie benötigen vielleicht Hilfsmittel: besonderes Besteck, einen Teller, der durch eine Antirutschmatte besser am Tisch haftet, oder eine Trinkhilfe, die Sie besser greifen können. Informationen und Produkte erhalten Sie in einem Sanitätshaus.

Leider treten nach einem Schlaganfall Ess- und Trinkstörungen aus unterschiedlichen Gründen häufig auf. Sie können zu Ernährungsdefiziten führen. Diese zu verhindern, ist ein wichtiges Ziel. Denn: Durch den Erhalt bzw. die Verbesserung des Ernährungszustandes können Sie die Rehabilitation unterstützen. Sie möchten wissen, wie Schluckstörungen und der Ernährungsstatus sich gegenseitig beeinflussen? Dies können Sie in der Rubrik „Kau- und Schluckstörungen“ gern nachlesen.

Mit einer auf Sie zugeschnittenen Ernährungstherapie können Sie Nährstoffdefizite ausgleichen – eine Voraussetzung für eine gute Schlucktherapie. Die Schlucktherapie selbst, die von speziell dafür ausgebildeten Logopäden ausgeführt wird, unterstützt wiederum Ihre Fähigkeit, sich besser zu ernähren.

In der akuten Phase des Schlaganfalls, also ganz am Anfang, wenn Sie nicht ausreichend über den Mund essen und trinken können, kann auch die Ernährung über eine Sonde erforderlich sein. So sichern Sie Ihre Energie- und Nährstoffzufuhr. Ein paralleles Schlucktraining kann dann Ihre Schluckfunktion so verbessern, dass Sie bald wieder normal essen und trinken können. Sobald Sie wieder ausreichend Nährstoffe über den normalen Weg aufnehmen können ohne sich zu verschlucken, kann die Ernährungssonde natürlich wieder entfernt werden. Sie soll lediglich in der akuten Phase sicherstellen, dass Sie keine Mangelernährung entwickeln, wodurch sich Ihr Gesamtzustand verschlechtern könnte.

Bei der Ergotherapie geht es darum, schwierigere Bewegungsabläufe, wie beispielsweise das Benutzen von Besteck, Zahnbürste und Kugelschreiber, neu zu erlernen. Bei Lähmungen der Arme oder Beine infolge eines Schlaganfalls ist oft nicht nur die Kraft der betroffenen Gliedmaßen beeinträchtigt, sondern auch der koordinierte Bewegungsablauf. Zusätzlich gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die bei Schluckstörungen und Halbseitenlähmung das eigenständige Essen und sonstige Alltagsverrichtungen erleichtern. Diese erhalten Sie in Sanitätshäusern.

Brauchen Sie noch weitere Ernährungsempfehlungen? Sie suchen Tipps für den Alltag? Oder haben Sie weitere Fragen? All diese Informationen finden Sie in der Rubrik „Kau- und Schluckstörungen„.

Quelle: Fresenius

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein